STADTTEILHAUS BREMEN HUCHTING

Anschrift:
Tegeler Plate 23, Bremen

Bauherr:
Bremer Heimstiftung

Ausführung:
2005-2006

Bauleitung:
Campe Campe Janda Architekten

Fotos:
Holger Kattert

 

Das Stadtteilhauses Bremen Huchting liegt im Bremer Süden am Rand eines städtischen Grünzuges mit lichtem Baumbestand. Der zweigeschossige Neubau vermittelt baulich zwischen dem sechsgeschossigen Wohnheim aus den 60iger Jahren und der benachbarten Reihenhausbebauung.

Mit dem Neubau des Stadtteilhauses wurde die bestehende Anlage eines Altenheims um ein Wohnheim für Menschen mit Demenz erweitert. Das Wohn- und Betreuungskonzept der „Hausgemeinschaft“ wurde hier konsequent umgesetzt.

Der neue U-förmige Baukörper bildet den baulichen Abschluss der Anlage. Der neu entstandene Innenhof wird zum Zentrum des Stadtteilhauses. Durch diese Gebäudedisposition konnten diverse Defizite der Altbausubstanz behoben werden. So wurde die vorhandene Giebelwand des sechsgeschossigen Altbaus in ihrer massiven Erscheinung deutlich gemildert. Durch die Zweigeschossigkeit und das umlaufende Erker- bzw. Balkonmotiv erhält die Anlage einen kleinteiligen Maßstab, der einen wohnlichen Charakter vermittelt. Ein großer Dachüberstand bietet Schutz und Geborgenheit und verstärkt diese Wirkung. Die Materialwahl der Fassaden ist auf die räumliche Situation abgestimmt: Die Außenfassade in Massivbauweise in gelbem Klinkermauerwerk, die Innenhofseite als Holz Rahmenbau Fassade mit hohem Glasanteil und vorgelagerten Loggien bzw. Terrassen. Durch die Positionierung des neuen Treppenhauses an der Giebelseite des Altbaus ist der 2. Fluchtweg aus den Obergeschossen des Altbaus gewährleistet.

Insgesamt sind 46 Pflegezimmer entstanden, aufgeteilt auf vier Wohngemeinschaften mit je einem offen gestalteten Wohnbereich mit Wohnküche. Bei der Ausformulierung der Wohnküchen wurde besonderer Wert auf die räumliche Gliederung der Funktionsbereiche Essen und Wohnen gelegt, ein leicht abgesetzter Rückzugsbereich bietet durch differenzierte Wand- und Bodengestaltung Wohnzimmer-Atmosphäre.
Eine besondere Qualität stellt die den Wohnküchen an der Südseite vorgelagerte Loggia dar. Sie ist barrierefrei erreichbar und trägt mit ihrem Zuschnitt und ihrer Materialisierung deutlich zur Wohnqualität dieser Aufenthaltsbereiche bei. Es wurde eine Holzfassade mit großzügigen Glasflächen und ein Bankirai-Belag für den Boden gewählt. Eine baupolizeilich geforderte Fluchttreppe führt in den Innenhof.
Die nach Westen und Osten orientierten Zimmer haben einen großzügigen Balkon, die nach Norden orientierten einen Erker. Alle Zimmer sind als Einzelzimmer konzipiert, lassen sich aber auch als Doppelzimmer nutzen. Jedes Zimmer erhält ein behindertengerechtes Duschbad. Der Vorraum mit Garderobenschrank bildet einen Übergang zur Privatsphäre der Bewohner.
Im Zentrum des Gebäudes, dem 2-geschossigen Foyer zugeordnet, befinden sich die Räume für die Pflegedienstleitung. Die Flure weiten sich in den Endpunkten auf und bieten von den Wohnküchen unabhängige Aufenthaltszonen.
Der Innenhof ist als Sinnes- und Erlebnisgarten gestaltet, der die Bewohner anregen und zum Aufenthalt im Freien motivieren soll.

Auszeichung mit dem Gestaltungspreis 2007 der Erich und Liselotte Gradmann Stiftung.